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In 10 Schritten zum Traumbad

Ist Ihr Bad mehr Nasszelle als Wohlfühloase? Mehr Waschraum als Wohnraum? Dann brauchen Sie vielleicht nicht die neuesten Deko-Ideen: Sie brauchen eine neue Perspektive. Zusammen mit dem erfolgreichen Bad-Designer Alexander Leopold verraten wir Ihnen deshalb in zehn Schritten, wie sich Ihr Badezimmer in Ihr persönliches Traumbad verwandelt.

Badewanne mit Blick aufs Meer

Prinzipien statt Primeln

Es gibt sie zu Tausenden im Internet: DIY-Anleitungen für Badezimmerdeko, Blumentipps fürs Fensterbrett und der neueste Trend an Klodeckeln, mit dem Ihr Badezimmer diesmal garantiert so schön wird, wie Sie es sich immer gewünscht haben. Natürlich können diese Ideen für Sie durchaus hilfreich sein, aber vielleicht sind Sie auch einfach überfordert?

Wir haben uns daher für eine andere Herangehensweise entschieden, um Ihnen zu Ihrem persönlichen Traumbad zu verhelfen: Wir haben uns einen Profi geschnappt, der sich mit Bäderdesign auskennt, und ihn nach den grundlegenden Prinzipien gefragt, die ein Bad schön machen.

Alexander Leopold
Profilbild Alexander LeopoldDer österreichische Designer Alexander Leopold gestaltet seit 15 Jahren nicht nur erfolgreich Bäder und Innenräume, er entwirft auch die Möbel dazu selbst. Hier sind seine Tipps, um aus Ihrem Bad mehr zu machen.

1.   Vergessen Sie „zeitlos“

Wie oft haben Sie dieses Wort schon gehört? Und wie oft geglaubt? Alexander Leopold räumt mit dem Marketingtrick auf, dass Sie nur einmal das Richtige kaufen müssen, um für immer glücklich zu sein:

„Es gibt keine ‚zeitlose‘ Einrichtung. Die Tendenz, auf ein ‚zeitloses‘ Bad aus zu sein, anstatt ein Bad zu machen, das auf die persönlichen Bedürfnisse und Vorlieben abgestimmt ist, ist einer der häufigsten Fehler bei der Badezimmergestaltung.“

Trauen Sie sich vielmehr zu fragen, was Ihnen heute und jetzt gefällt – und trauen Sie sich, Ihr Bad in fünf Jahren wieder anders zu gestalten.

„In den Siebzigern hat man den Kunden Currygelb als ‚zeitlose‘ Farbe verkauft. Heute wird hellbeiges Feinsteinzeug als ‚zeitlos‘ angeboten. In spätestens 10 Jahren wird man unsere Jetztzeit als die ‚hellbeige Ära‘ bezeichnen und genau wissen, dass es die frühen 2000er Jahre waren.“

Luxus-Bad mit hellbeiger Einrichtung

Wir leben im Zeitalter von Hellbeige. Doch was ist in zehn Jahren „zeitlos“? Gestalten Sie Ihr Bad besser nach Ihren heutigen Vorstellungen.

2.   Zeigen Sie Individualität

Aus diesem Grund dürfen Sie sich bei jedem Schritt Ihrer Badgestaltung daran erinnern, dass das Ihr Bad ist. Ganz ohne Handwerker und Profihilfe haben Sie dafür eine Menge Möglichkeiten.

„Stimmen Sie die Ausstattung, Dekoration und Farbgestaltung des Bades auf den eigenen Geschmack ab“, rät auch Alexander Leopold. „Machen Sie das Bad zu etwas Persönlichem. Suchen Sie sich bewusst Handtücher in Ihren Lieblingsfarben, positionieren Sie Dekoration in Ihrem Lieblingsstil.“

Sie wissen nicht, was Ihnen gefällt? Vielleicht hilft Ihnen ja ein kleiner Test, um herauszufinden, welcher Bad-Typ Sie sind. Oder Sie lassen sich einmal von einem Innenarchitekten beraten – eine Erstberatung ist meist gar nicht so teuer und hilft Ihnen ganz individuell beim Bestimmen Ihres ganz eigenen Geschmacks.

Mann auf Klohäuschen mitten im Death Valley

Jedem das seine: Wieviel Bad brauchen Sie? Wir wetten, zumindest ein bisschen mehr als das.

Denn was macht eine gelungene Badezimmereinrichtung aus? „Dass ich aus der Badeinrichtung den Charakter, die Vorlieben und die Lebensweise des Badbenutzers ablesen kann. Und dass diese Einrichtung noch immer Raum für Entwicklung offen hat.“

3.   Mehr Licht

„Wenn zu wenig Licht im Bad installiert ist, sehnt man sich nach hellen Oberflächen. Im schlimmsten Fall wird dann alles weiß oder hellbeige. Aber ohne genug Licht bleibt auch ein weißes Bad finster.“

Wir haben für Sie bereits die besten Tipps zur Lichtgestaltung Ihres Bades in diesem Artikel zusammengefasst. Der Grundtipp: Zu viel Licht geht kaum. Haben Sie ein Fenster, stellen Sie es nicht zu oder verhängen es mit Gardinen. Denn nicht nur im Büro, auch im eigenen Bad gilt: Tageslicht ist noch immer am gesündesten.

Bad mit großem Fenster über der Badewanne

Wenn Sie die Wahl haben: setzen Sie auf Tageslicht!

Gerade, wenn Sie ein fensterloses Bad besitzen, ist es daher eine Überlegung wert, Ihr Bad heller zu machen. „Schrauben Sie stärkere Leuchtmittel in Ihre Fassungen. Tauschen Sie den Spiegel oder Spiegelschrank über dem Waschtisch.“ Sie könnten zum Beispiel Ihren Spiegel mit mehr Licht nachrüsten. Wie das geht, können Sie hier nachlesen.

4.  Haben Sie Mut zu Farbe

Farbe und Licht arbeiten immer zusammen. Wie bereits erwähnt, garantieren eine weiße Wandfarbe und helle Armaturen noch kein helles Bad, wenn die Beleuchtung nicht stimmt. Andersherum funktioniert es allerdings auch: „Mut zur Farbe“, sagt Alexander Leopold. „Man kann sehr wohl dunkle, satte und schöne Farben im Bad verwenden, wenn man sie nur ausreichend beleuchtet.“

Wie Sie Farben gezielt einsetzen, erklärt Ihnen diese Auflistung ganz gut. Und wieder gilt: Wählen Sie Farben, die Ihnen gefallen – nicht, was die derzeitige Mode Ihnen vorgibt. Wenn Sie schon immer ein gelbes Bad wollten: Streichen Sie es gelb! Wenn es Ihnen in ein paar Jahren nicht mehr gefallen sollte, können Sie es immer noch umstreichen.

Nahaufnahme Handtuchstapel in türkis-blau-lila-pink

Bekennen Sie Farbe!

Eine weitere kreative Option sind für Alexander Leopold mobile Farbflächen: „Man braucht lediglich einige bespannte Keilrahmen in verschiedenen Größen und Latexfarbe in den eigenen Lieblingsfarbtönen. Damit werden die mobilen Farbflächen gemalt und anschließend wie Bilder aufgehängt.“

Probieren Sie auch, farbige Elemente bewusst zu kombinieren, zum Beispiel Handtücher: „Farblich abgestimmte Handtücher und dazu passende Deko – abhängig vom Raum, von der vorhandenen Beleuchtung und den bereits eingebauten Sanitärelementen – machen aus einem Bad MEIN Bad.“

5.   Den Raum optisch vergrößern

Der Fluch der Stadtwohnung: Das Mini-Bad. Einige Tipps zur optischen Vergrößerung kleiner Bäder haben wir Ihnen bereits hier vorgestellt. Doch egal, ob Sie ein großes Luxusbad oder eine Minizelle besitzen, die Quintessenz ist dieselbe: Je kleiner Ihr Bad, desto größer sollten Ihre Spiegelflächen ausfallen. Ob Sie nun

  • Spiegelfliesen,
  • einen großen Wandspiegel,
  • oder eine Kombination mehrerer kleiner Spiegel

zur Vergrößerung benutzen, bleibt Ihrem Geschmack (und Ihrem Budget) überlassen. Vergessen Sie in jedem Fall nicht, auch für die entsprechende Beleuchtung zu sorgen.

Kleines, enges, modernes Bad

Was fehlt in diesem Badezimmer? Richtig, mehr Spiegelfläche. Sonst wirkt die Enge trotz viel Licht beinahe klaustrophobisch.

Ihren verfügbaren Raum allerdings nicht nur optisch, sondern tatsächlich zu vergrößern, ist mindestens ebenso wichtig:

6.  Misten Sie Ihr Bad aus

Unsere Frage an Designexperte Leopold war, wie er denn die Platzherausforderung in seinem eigenen Bad gelöst habe. Seine Antwort: „Ich habe alles, was nicht unbedingt im Bad sein muss, draußen gelassen. Das Bad wird nämlich viel zu oft als Stauraum für alles Mögliche verwendet.“

Stellen Sie sich also die Frage: Was muss tatsächlich ins Bad – und was nicht? Dinge, die häufig ihren Weg ins Badezimmer finden, obwohl Sie problemlos in anderen Räumen verstaut werden könnten, sind z.B.:

  • Medikamente und Verbandszeug – suchen Sie sich lieber einen Medizinschrank oder ein leeres Fach in Ihrem Kleiderschrank.
  • Vorratspackungen an Toilettenpapier und Taschentüchern – halten Sie besser immer nur ein, zwei Ersatzrollen bzw. -Päckchen parat.
  • Handtuchvorräte – lassen Sie nur das aktuell verwendete Handtuch im Bad, der Rest darf im Kleiderschrank warten.
  • Kleidersammler – Sie haben einen großen Korb/eine Tonne/einen Wäschesack? Dann stellen Sie ihn nicht in Ihr Bad. Auch wenn der Weg kürzer ist – so etwas nimmt viel Platz weg und stellt keine optische Verschönerung dar.
Übervolle, blaue Wäschetonne mitten im Bad

Wäre Ihr Wäscheeimer nicht vielleicht in Ihrem Schlafzimmer besser aufgehoben?

7.   Lassen Sie Platz für Dekoration

Der Schlüssel dazu, Ihr Bad zu einem Rückzugs-, einem Wohn- und Wohlfühlort zu machen, liegt in Ihrer Perspektive: Sobald Sie Ihr Badezimmer nicht mehr als rein funktionales Zimmer, sondern als Wohnraum betrachten, gewinnen Sie Raum für neue Ideen.

Der Wechsel von einer funktionalen zu einer emotionalen Betrachtungsweise bedeutet, dass Sie auch bewusst Raum für Dinge lassen, die nur Ihrem Auge gefallen. „Ich habe in meinem Bad einige Plätze strikt als Dekorationsflächen freigelassen. Dort passiert Gestaltung mit verschiedensten Materialien. Und die wird nach persönlicher Lust und Laune, aktuellen Trends oder Jahreszeiten geändert.“

Spa-Dekorationen: Kerzen, Muscheln, Blumen

Verwandeln Sie Ihr Bad mit der richtigen Deko in Ihr persönliches Spa-Erlebnis: „Viele Kerzenhalter und Teelichter“, rät auch Bad-Designer Leopold.

8.  Saisonal anpassen

Wenn es um Dekoration geht, ist der letzte Satz von Alexander Leopold entscheidend. Er fragt deshalb: „Wie sieht ihr Bad zu Weihnachten aus? So wie im Sommer? Wäre das nicht enttäuschend und langweilig?“

Für gewöhnlich passen wir unsere Einrichtung den verschiedenen Jahreszeiten und Saisons an – doch das Badezimmer bleibt davon meist unberührt. Warum eigentlich? Dass es auch anders gehen kann, zeigt zum Beispiel das frühlingshafte Badezimmer von Bloggerin Simone, das sie hier vorstellt.

9.  Sanitärequipment upgraden

Haben Sie schon einmal daran gedacht, Ihre Hardware nachzurüsten? Dazu braucht es in der Regel nicht mal einen Handwerker:

„Tauschen Sie z.B. Ihre Handbrause gegen ein neues Modell mit verschiedenen Strahlarten. Ein neuer WC-Deckel mit weichem Verschluss hebt ebenfalls die Stimmung. Oder Sie holen sich mit einem Mousseur mit frischem, gleichmäßigem Wasserstrahl bei der Waschtisch- und Wannenarmatur ein wenig Freude in Ihr Bad.“

Großer Massageduschkopf

Lassen Sie sich davon überraschen, was ein Massageduschkopf für einen Unterschied in Ihrem Duscherlebnis machen kann.

Die meisten dieser Upgrades sollten Ihr Budget auch nicht übersteigen. So können Sie sich auch mit geringen finanziellen Mitteln ein ganz neues Baderlebnis schaffen. Für die Zeiten, die Sie nicht unter der Dusche oder vor dem Waschbecken verbringen, gibt es schließlich unseren letzten Tipp:

10. Sorgen Sie für Unterhaltung

Dekoration ist angenehm und langfristig eine unglaublich wertvolle Ergänzung für Ihr Baderlebnis. Gerade für Besucher – aber auch Sie selbst – sollten sie allerdings auch die Kurzweil nicht vergessen.

Auch wenn das Smartphone die althergebrachten Zeitvertreiber im Bad immer mehr verdrängt, zeigt diese Infografik sehr anschaulich, womit Sie sich und Ihren Gästen die Zeit auf dem stillen Örtchen am besten versüßen können – und warum Sie aufpassen sollten, Ihren Aufenthalt nicht allzu lang zu gestalten.

Mann sitzt mit Smartphone auf der Toilette

Nur mit Smartphone auf dem Klo? Bieten Sie doch Alternativen an!

Eine kleine, aber gute Auswahl an Lesbarem wie

  • Bücher,
  • Magazine,
  • eine Wäscheleine mit unterhaltsamen Sprüche-Postkarten,
  • Fotoalben usw.

lässt den Badbesucher auch dann nicht verzweifeln, wenn er sein Smartphone einmal nicht dabei hat.

Falls alles nichts hilft: Badsanierung

Wir hoffen, unsere 10 Tipps helfen Ihnen, zu Ihrem persönlichen Traumbad zu finden. Natürlich kann es aber auch sein, dass alle Kosmetik nichts hilft und Sie tiefere Eingriffe vornehmen müssen:

„Dekoration kann optisch reparieren und aufwerten. Wenn es aber ein vollständig auf den Benutzer und den Raum abgestimmtes Bad werden soll, kommt man um eine Badplanung und einen richtigen Umbau nicht herum.“

Denn Alexander Leopolds Designfehler Nummer 1 in vielen Badezimmern ist und bleibt: „Die falsche Positionierung der Sanitärelemente in Bezug auf die (meist ebenfalls falsch aufgehende) Eingangstür. Der erste Blick beim Betreten des Bades sollte nämlich entweder auf den Waschtisch fallen oder auf jenes Element, das einem besonders wichtig ist. Eher nicht auf die Toilette oder die Waschmaschine.“

Da eine vollständige Badsanierung jedoch ein Thema für sich ist, haben wir es für Sie in einen eigenen Artikel verpackt.

Badezimmer in weiß und tuerkis

Hier geht es zu allen Infos, die Sie für Ihre Badsanierung brauchen.

Wir bedanken uns herzlich bei Alexander Leopold für das aufschlussreiche Interview und wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Gestaltung Ihres Traumbades!

Bilder: Bild 1: © iStock.com / TMSK; Bild 2: © leodesign.at; Bild 3: © iStock.com / ViewApart; Bild 4: © iStock.com / piovesempre; Bild 5: © iStock.com / hikesterson; Bild 6: © iStock.com / Photo_HamsterMan; Bild 7: © iStock.com / mythja; Bild 8: © iStock.com / firina; Bild 9: © iStock.com / ze_pedro; Bild 10: © iStock.com / vadimguzhva; Bild 11: © iStock.com / tulcarion

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