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Spiegel-Fakten, die Sie garantiert noch nicht kennen

„Spieglein, Spieglein an der Wand…“ Ob am Badezimmerschrank, als Ganzkörper-Modell im Flur oder als Mini-Version für die Tasche; Spiegel sind nicht aus unserem Alltag wegzudenken. Schon 3000 v. Chr. wurden die ersten Bronzespiegel von Menschen hergestellt. Doch Spiegel sind nicht nur Gebrauchsgegenstände, sie bieten auch einige interessante Geschichten. Denn wussten Sie, dass der größte Spiegel der Welt von der Natur erschaffen wurde, es einen Badspiegel gibt, der Ihnen zeigen kann, wie Sie in 10 Jahren aussehen werden und das erste Spiegel-Selfie schon vor mehr als 100 Jahren geschossen wurde? Nein? Dann lesen Sie jetzt weiter.

Der älteste Spiegel der Welt

Der älteste Spiegel der Welt befindet sich in der Natur: die Wasseroberfläche. In der Kupfersteinzeit reichte es den Menschen jedoch nicht mehr aus, sich nur in der Wasseroberfläche spiegeln zu können und sie fertigten aus Metallen, wie Bronze oder Kupfer, und Gesteinsglas, wie Obsidian, die ersten tragbaren Spiegel an.

Dazu wurden die Metalle oder Steine soweit poliert, bis man sich in der Oberfläche spiegeln konnte. Die erste Nutzung von Bronzespiegeln konnte bis auf das Jahr 3000 v. Chr. in Mesopotamien zurückdatiert werden. In Ägypten wurden schon zur Zeit des alten Reichs (2700 bis 2200 v. Chr.) Bronze- oder Kupferspiegel genutzt, die mit einem oft reich verzierten Griff ausgestattet waren. Diese ersten Handspiegel, welche heute zu archäologischen Sammlungen gehören, legte man Frauenbestattungen bei.

egyptischer Bronze-Spiegel

egyptischer Bronze-Spiegel. Guillaume Blanchard /wikimedia.org

Die ersten Spiegel mit einer Glasoberfläche sollen in Sidon, einer Stadt im Libanon, im zweiten Jahrhundert nach Christus hergestellt worden sein. Doch mit den heutigen Spiegeln haben die 2400 Jahre alten Modelle wenig gemeinsam. Denn die Glasherstellung steckte noch in den Kinderschuhen. Die Glasoberfläche war nicht glatt, sondern mit Blasen übersäht und verfärbt. Auch legt die Form des Spiegels den Schluss nahe, dass man das eigene Spiegelbild nur verzerrt sehen konnte. Die ersten libanesischen Spiegel ähnelten damit also heutigen verzerrten Spiegeln aus Spiegelkabinetten. Schnell fanden die damals neumodischen Spiegel Bewunderer im römischen Reich. Dort wurden sie vielfach als Klappspiegel genutzt und das Spiegelglas auch zur Herstellung von Amuletten verwendet. (Quelle)

Der größte Spiegel der Welt

Der größte Spiegel der Welt wurde nicht von Menschenhand geschaffen, sondern von der Natur. In Bolivien befindet sich der Salar de Uyuni. Die größte Salzpfanne der Erde ist mit einer Salzkruste überzogen, die einige Meter dick ist. Unter der Kruste befindet sich ein See, der bis zu 20 Meter in die Tiefe geht.

In der Trockenzeit (Ende Juni bis Anfang Dezember) bilden sich auf der Oberfläche des Sees hexagonale Strukturen in der Salzkruste, in der Regenzeit verwandelt sich der Salar in den größten Spiegel der Welt. Denn durch den Regen bildet sich auf der Seeoberfläche eine dünne Wasserschicht, in der man sich aufgrund ihrer besonderen Flachheit sehr gut spiegeln kann.

Der kleinste Spiegel der Welt

Der kleinste Spiegel der Welt ist nicht dazu da, um zu Hause aufgehängt zu werden; außer Sie sind ein Physiker. Denn der Mini-Spiegel reflektiert nicht wie ein normaler Spiegel Licht, sondern magnetisierte Atome.

Das Ziel der Forscher der University of Sheffield ist es magnetische Systeme zu bilden, die Atome manipulieren können. Noch ist es nicht möglich die Reflektion der Atome zu sehen, das soll jedoch mit einer Wolke an kalten Atomen, die auf den Spiegel niedergelassen wird, möglich werden. (Quelle)

Das erste Selfie im Spiegel

Frisur: Check, Make-Up: Check, Selfie: Check. Beim Blick in den Spiegel bleibt es heutzutage nicht mehr, denn jede spiegelnde Oberfläche lädt dazu ein, sein Smartphone heraus zu holen und ein Bilder zu schießen. Das moderne Selbstportrait trägt den Namen Selfie und wird als neues Phänomen gehandelt. Das stimmt nur bedingt, denn auch schon vor über 100 Jahren wurden die ersten Selfies geschossen, jedoch, aufgrund von hohen Kosten für tragbare Kameras und keinem Speicherplatz in der Cloud, eher selten.

Unbekannte Frau mit Boxkamera, um 1900. Tsukiakari/wikimedia.org

Das erste bekannte Selbstportrait in einem Spiegel entstand 1914. Es wurde von der russischen Großfürstin Anastasia Nikolaevna im Alter von 13 Jahren aufgenommen. Zwar existieren heutzutage keine bildlichen Belege mehr, jedoch berichtet Anastasia in einem Brief an ihre Freundin, dem das Bild beigelegt war, über die Aufnahme:8. Oktober 1914:“…Ich habe dieses Bild von mir im Spiegel gemacht. Es war sehr schwer, denn meine Hände haben gezittert…“ (Quelle)

Thomas Baker 1917, dipset33/reddit.com

Ein weiteres berühmtes Spiegel-Selfie entstand 1917. Es zeigt das australische Fliegerass Thomas Baker. Neben Baker steht eine Kodak Boxkamera, mit der das Selbstportrait in dem Spiegel auf der Kommode aufgenommen wurde. (Quelle)

Der teuerste Spiegel der Welt

Salon Dore (gebaut Ende 18. Jahrhundert) in Frankreich

Salon Dore (gebaut Ende 18. Jahrhundert) in Frankreich . Mr.TinDC/flickr.com

Zwar hat Qualität auch weiterhin ihren Preis, jedoch sind selbst die jetzigen Kosten für die hochwertigsten Badezimmerspiegel nichts gegen den Wert der Spiegel von vor 200 Jahren. Im 19. Jahrhundert galten Spiegel als Statussymbole und nicht nur für die Verzierung musste tief in die Tasche gegriffen werden, auch das Spiegelglas an sich war teuer. Ein mittelgroßer venezianischer Spiegel war zur damaligen Zeit genauso viel Wert wie ein vornehmes Anwesen auf dem Land. Kein Wunder, dass es sich nur die wirklich Reichen erlauben konnten ihr Spiegelbild zu betrachten. (Quelle)

Jade-Spiegel

Jade-Spiegel aus dem indischen Mogulreich. bonhams.com

An die Kosten der Aristokraten-Spiegel des 19. Jahrhunderts reicht der Preis für einen in Gold eingefassten Jade-Spiegel aus der Zeit des indischen Mogulreichs nicht heran. Dennoch sind auch die 50.000 bis 75.000 Euro, die an Gewinn für die Versteigerung des Spiegels durch das Auktionshaus Bonhams 2012 angesetzt wurden, kein Pappenstiel. Der indische Jade-Spiegel wird damit zu einem der teuersten Spiegel der Gegenwart. (Quelle)

Chrome Lack

Chrom-Lackierung. Axion23/flickr.com

Ebenfalls teuer ist der Spiegel, den das Ehepaar Grice aus Großbritannien besitzt. Der Clou: Es handelt sich nicht um einen handelsüblichen Spiegel, sondern um einen Mini Cooper. Das Auto ist komplett verchromt, sodass man sich wunderbar spiegeln kann. Was jedoch nicht so gut geht: das Fahren auf der Straße. Denn alle Versicherungsgesellschaften, die Ian Grice nach dem Kauf des 43.000 Euro teuren Minis angeschrieben hatte, weigerten sich das Auto zu versichern. Die Angst, es könnte beschädigt oder geklaut werden, wäre zu groß. So kann der Mini erstmal nur als Outdoor-Spiegel genutzt werden. Für 43.000 ein ziemlich teures Vergnügen. (Quelle)

Der schönste Spiegel der Welt

Schöne Spiegel gibt es reichlich auf dieser Welt, ob eingefasst in Gold, wie der teure Jade-Spiegel aus dem Mogulreich, oder ein atemberaubendes Naturspektakel, wie Salar de Uyuni, doch schön ist nicht nur der Spiegel, sondern auch diejenigen, die sich in ihm betrachten.mrsDas dachte sich jedenfalls die Band Mrs. aus Austin und startete die #imEnough Kampagne. Statt ein konventionelles Musikvideo für ihren neuen Song „Enough“ zu drehen, stellten sie einen interaktiven Spiegel in einem Einkaufszentrum auf, der verschiedene Frauen nach der Bewertung ihres Spiegelbildes fragte. Die meist negative Einschätzung akzeptierte der Spiegel jedoch nicht und verwandelte sich in einen Bildschirm, der positive Mitteilungen von Freunden und Verwandten anzeigt. Mit dem Ziel, dass die Betrachterinnen ihr Spiegelbild positiver sehen und sich bewusst werden, dass es genau richtig ist, wie sie sind- dass sie schön sind.The Mrs./youtube

Der schlaue Badspiegel

Noch können wir uns morgens nur in unserem Badspiegel betrachten, doch das könnte bald anders werden. Denn Anfang 2014 stellte das Unternehmen Toshiba seinen schlauen Spiegel auf der CES vor.

Toshiba-Smart-Mirror

Toshiba Smart Mirror. wonderfulengineering.com

Der „Smart Mirror“ funktioniert wie ein Tablet, ist jedoch ein Spiegel. Er soll entweder in der Küche oder im Badezimmer angebracht werden und bietet dem Betrachter, neben der Reflektion des eigenen Antlitzes, Informationen über das Wetter oder zeigt News und Emails an. Noch hat Toshiba keine Pläne den cleveren Spiegel auch auf den Markt zu bringen, wir müssen uns also weiterhin ein normales Tablet an den Badspiegel kleben, wenn wir in einen ähnlich schlauen Spiegel gucken möchten. (Quelle)

Der hellsehende Badspiegel

„Spieglein, Spieglein, an der Wand, wie werde ich in 10 Jahren aussehen?“ Mithilfe des „Persuasive Mirrors“ der Firma Accenture lässt sich diese Frage sogar beantworten.

Jedoch wird das zukünftige Spiegelbild nicht jeden zufriedenstellen. Denn der Hightech-Spiegel, der aussieht wie ein ganzer normaler Badezimmerspiegel, ist mit zwei Kameras ausgestattet, die dafür sorgen, dass eine realistische Reflektion des Betrachters wiedergegeben wird. Um zeigen zu können wie Mann oder Frau in der Zukunft aussehen könnte, werden in der Wohnung Webcams und Bewegungsmelder angebracht, deren Informationen (zum Beispiel wie viel Zeit pro Tag gesessen wird oder wie oft gegessen wird) an den Spiegel weitergeleitet werden. Auch müssen die Nutzer Fragen zu ihrem Lebensstil beantworten. Das Bild, das die Kameras am Spiegel vom Betrachter aufnehmen, wird dann auf Basis der Daten digital gealtert. Die tägliche Pizza oder das verstaubte Laufband im Keller mögen sich so heute noch nicht mit überschüssigen Pfunden und schlaffen Muskeln bemerkbar machen, in 10 oder gar 20 Jahren kann das aber schon ganz anders aussehen. Die meisten unter uns würden den „Persuasive Mirror“ deshalb wahrscheinlich gerne in „Horror-Spiegel“ umbenennen. (Quelle)

Der erste Spiegel auf dem Mond

Wo befindet sich wohl von Ihnen ausgesehen der am weitesten entfernteste Spiegel. Am anderen Ende der Welt? An Bord einer Raumfähre? Hängen Sie noch ein paar Kilometer dran. Denn rund 384.400 Kilometer sind es bis zum Mond und dem dortigen Spiegel.

Apollo_11_Lunar_Laser_Ranging_Experiment

Apollo 11 Lunar Laser Ranging. Haeber/Wikimedia.org

Die Besatzung der Apollo 11 ließ 1969 einen Laser-Retroreflektor, eine Art Spiegel mit Kanten, auf der Mondoberfläche zurück. Mit diesem Spiegel kann von der Bodenstation aus Lunar Laser Ranging betrieben werden. Dabei werden Laserpulse an den Mond geschickt und die Reflektion gemessen. Dadurch kann die genaue Entfernung des Mondes zur Erde festgestellt und weitere Berechnungen zu den Erdrotationsparametern durchgeführt werden. (Quelle)

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